9. Mai 2010
Wolle – ein besonderer Rohstoff
Wolle ist ein Rohstoff aus dem Tier- aber auch dem Pflanzenreich, welcher stets nachwächst. Ursprünglich versteht man unter Wolle die weichen Haare des Fells einiger Säugetierarten. Baumwolle wiederum wird aus der gleichnamigen Pflanze gewonnen. Irrtümlicherweise bekommen Synthetikgarne, die Kunstfasern, im Sprachgebrauch auch gerne die Bezeichnung „Wolle“.
Ursprung der Wolle
Die wohl meiste Wolle wird den Schafen entnommen. Aber auch Ziegen, Kamele, Kaninchen, Lamas sowie die weniger bekannten Vikunjas – eine zu den Kamelen zählende Tierart aus den Höhen der Hochanden, Perus sowie weiteren südamerikanischer Staaten – sind Wolllieferanten. Am bekanntesten ist die Schafwolle, gefolgt von der edlen Angorawolle, welche von den Angorakaninchen gewonnen wird, sowie der robusten Kaschmirwolle – von den gleichnamigen Kaschmirziegen – oder der hochwertigen Alpakawolle von den südamerikanischen Kleinkamelen. Baumwolle hingegen wird aus den Samenhaaren der Sträucher der Baumwollpflanze – einem Malvengewächs – gewonnen.
Wollgewinnung und -verarbeitung
Es gibt ganz unterschiedliche Arten der Wollgewinnung. Zum einen werden die Tiere geschoren, wodurch die so genannte Schurwolle produziert wird, zum anderen werden die Tiere ausgekämmt oder gezupft. Sämtliche Verfahren sind für die Tiere schmerzfrei. Das Scheren ist ähnlich der menschlichen Rasur, und beim Kämmen beziehungsweise Ausrupfen werden die bereits losen Haare vorsichtig entnommen. Anschließend wird die Wolle gewaschen, gekämmt und gefärbt oder gebleicht sowie versponnen. Bei der Baumwolle wird der Fruchtstand der Pflanze – der Baumwollball – wenn er getrocknet ist zum Spinnen verwandt. Auch hier werden Einfärbungen sowie Veredelungen vorgenommen. Die durch das Spinnen gewonnene Fäden können nun zur Weiterarbeit weitergeleitet werden.
Wolle, eines der ältesten Materialien der Menschheit
Bereits seit rund 3.000 vor Christi verwandt die Menschheit Wolle aus Tierhaaren für Kleidung und Decken. Baumwolle wird ebenfalls seit Jahrtausenden zur Herstellung von Kleidung – vor allem in subtropischen Regionen – verwandt. Die älteste nachweisbare Erwähnung der Baumwolle stammt aus Indien, wo vor über 3.000 Jahren die Baumwollpflanze angebaut wurde.
Besonderheiten
Wolle besitzt die hervorragende Eigenschaft der natürlichen Thermoregulation. Sie leitet Feuchtigkeit schnell ab und ist ein guter Wärmeisolator. Ferner nimmt Wolle Schmutz nur sehr schlecht auf, ist farbbeständig und schwer entflammbar. Hinzu kommt, dass Wolle nicht knittert und somit nicht gebügelt werden muss. Alpakagarne halten die Wärme wesentlich besser als Schafswolle. Außerdem sind sie für Allergiker wegen des fehlenden Lanolins geeignet. Merinowolle, die hauptsächlich aus Neuseeland stammt, ist wegen ihrer Leichtigkeit sowie ihrer Isolationsfähigkeit beliebt. Die auch als Mohair bekannte Wolle der Angoraziege sowie das edle Angoragarn selber sind langhaarig und bieten einen flauschigen Effekt nach der Verarbeitung. Empfindliche Menschen neigen dazu, die etwas robustere Wolle als unangenehm auf der Haut zu empfinden. Daher tragen sie lieber Jacken aus Wolle und entscheiden sich ansonsten für die sehr saugfähige, weiche Baumwolle. Baumwolle gilt als sehr hautfreundlich und ist kaum als Allergieauslöser bekannt.
Wolle bei uns im Handel
Im Handel befinden sich die unterschiedlichsten Wollarten. Schurwolle – auch Reine Schurwolle genannt – zeigt, dass es sich hierbei um neue, vom lebenden Tier stammende Wolle handelt. In erster Linie werden zahlreiche Wollgemische angeboten. Schafswolle wie Merinowolle oder auch Kaschmir – von der gleichnamigen Ziege – sowie Alpaka stehen ebenfalls zur Auswahl. Die langhaarige und weiche Mohair- und Angorawolle ist ebenso wie die robustere Strumpfwolle zu finden. Ferner gibt es verschiedene Baumwollarten. Ebenso stehen verschiedene Kunstfasern sowie Effektgarne bereit, welche das Stricken modischer, extravaganter Pullover zu einem besonderen Erlebnis machen.
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